Zum diesjährigen Herbstlehrgang in Mölln am 07/08.10.2006 kamen 25 Teilnehmer aus den befreundeten Dojos. Das Training fand am 07.10. von 15:00 bis 18:00 Uhr und am 08.10. von 10:00 bis 13:00 statt. Geübt wurde die Hasegawa Eishin Ryo unter der Leitung von Karl-Heinz Lübcke.

Am Anreisetag wurden die Teilnehmer mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen herzlich empfangen. Die Formalitäten wurden rasch erledigt, es erfolgte eine kurze Ankündigung des Ablaufs und dann ging es auch schon zur Sache...

Karl-Heinz erläuterte die einzelnen Katas durch Partnerübungen oder eigene Demonstrationen; dann kamen wir an die Reihe. Ausführen, verbessert werden, weiter üben. Karl-Heinz wies natürlich in seiner unnachahmlichen Art immer wieder darauf hin, wie einfach die einzelnen Formen im Grunde genommen sind. Besonders die Anfänger sahen die Sache natürlich ein wenig anders, aber auch den Fortgeschrittenen wurde einiges abverlangt. Wenn es gar zu verkehrt lief, rief Karl-Heinz alle Teilnehmer zurück in die Mitte, um seine vorherigen Erläuterungen noch mal zu wiederholen oder besondere Einzelheiten hervorzuheben. So verlief der erste Tag eigentlich viel zu rasch, aber alle Teilnehmer hatten viel dazu gelernt.

Für den Abend hatten wir keine feste Lokalität bestimmt, jeder sollte nach eigenen Vorlieben in ein geeignetes Restaurant gehen. Wir wollten uns dann um 21:00 Uhr in der Tanneckhalle zum „gemütlichen Teil“ treffen. Überraschender Weise hatten sich alle für den Italiener entschieden, was dazu führte, dass der Wirt zwar ein gutes Geschäft machte, wir aber teilweise sehr lange auf das Essen warten mußten. Dafür war die Qualität des Essens sehr gut und die Laune aller Anwesenden war hervorragend. So ca. 22:00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg, wobei sich die auswärts Schlafenden bereits verabschiedeten. Somit fand nur ein kleiner Teil den Weg zurück in die Tanneckhalle; bis ca. 01:00 Uhr wurde dann aber noch geklönt und gefachsimpelt. Acht Teilnehmer verbrachten die Nacht in der Halle auf dem klassischen „Mattenbett“, andere hatten sich in der Waldhalle ein Zimmer genommen. Für zukünftige Lehrgänge haben wir deshalb beschlossen, das Abendessen über einen Caterer am Veranstaltungsort abzuwickeln, damit alle zusammen bleiben und die Gruppe nicht in alle Windrichtungen zerstreut wird.

Die Hallenschläfer gingen morgens um 08:00 Uhr zu einem nahen Imbiss, der das Frühstück wie beim letzen Mal fürsorglich und reichlich aufgetischt hatte. Rechtzeitig vor Trainingsbeginn trudelte der Rest der Mannschaft ein, so daß um 10:00 Uhr der zweite Teil des Lehrgangs startete...

Wie am Tag zuvor ging es mit den Erläuterungen und Demonstrationen von Karl-Heinz weiter. Üben, korrigiert werden, üben, Partnerübung, üben, alle wieder in die Mitte, üben,...

Auch der zweite Tag ging überraschend schnell vorbei, wobei es zum Ende noch eine besondere Aktion gab. Karl-Heinz trennte die Gruppe in zwei Teile, Fortgeschrittene und Anfänger. Jeweils auf „ihrer“ Hallenhälfte durften nun die Teilnehmer alle zehn Hasegawa-Katas in einem Rutsch durchführen, erst kamen die Fortgeschrittenen dran. Nach Beendigung der Vorführung fragte Karl-Heinz in Richtung Anfänger: "Na, alles verstanden ?“ Da natürlich keine Frage kam (man war wohl noch mit der Verarbeitung des vorher Gesehenen beschäftigt), das knappe Kommando: “Jetzt Ihr !“ Jeder gab sein Bestes, was auch von Karl-Heinz am Lehrgangsende noch mal ausdrücklich bestätigt wurde: “Wir haben hier in kurzer Zeit viele Formen durchgepaukt. Jeder hat gut mitgemacht. Hätte ich jede Form so oft wie Ihr geübt, würde ich jetzt wahrscheinlich durch die Gegend humpeln. Ihr könnt stolz auf Euch sein.“ Den Schlußakzent setzte Karl-Heinz dann noch mit einem Sinnspruch zu der Aussage eines Teilnehmers, dass die Hasegawa doch recht anstrengend sei:“ Die Zähne kommen im Schmerz, die Zähne gehen im Schmerz. Dazwischen ist die Zeit, um mit ihnen zu essen und zu genießen !“ Jeder wird sich aus dem Nachhauseweg wohl seine Gedanken dazu gemacht haben...

 

Peter Rudzik, Möllner Sportvereinigung