iaido

     

Iaidō (jap. 居合道) ist der japanische „Weg der Achtsamkeit“, der auf dem Umgang mit dem Katana, dem traditionellen japanischen Schwert beruht. Er gehört damit zum großen Bereich der Budō-Disziplinen. Unter dem Begriff „Budo“ (Kriegskünste) fasst man alle die Disziplinen zusammen, die sich aus den kriegerischen Übungen der Samurai und dem Gebrauch ihrer Waffen entwickelt haben. Die Fähigkeit des Schwertkämpfers, in einer Kampfsituation sein Schwert blitzschnell zu ziehen und zu treffen, ist Ergebnis ständiger Achtsamkeit und ständigen Übens, durch die er in vollkommenem Einklang mit den jeweiligen Umständen zu handeln vermag.

Iaidō ist eine alte, aber lebendige Kunst. Ihre Techniken, Tugenden und Werte werden von jeher vom Meister zum Schüler, von Herz zu Herz weitergegeben. Wir haben die Iaido-Unterweisungen durch Hakuo Sagawa-Sensei (✞) von Herz zu Herz empfangen und in dieser Tradition geben wir sie an unsere Schüler weiter. Denn Bücher und Filme sind nur schwache Hilfsmittel und können nur Anregungen geben, diese Kunst selber zu erlernen. Die von uns gegründete Deutsche Iaido Vereinigung bietet hierbei ein Dach, unter dem die Entwicklung eines jeden Einzelnen auf diese Weise gefördert wir.


Welchen Grund könnte es geben, noch im 21. Jahrhundert eine alte Kampfkunst aus Japan zu üben?

Zunächst muß eine Grundlage geschaffen werden. Das bedeutet nicht weniger, als das der angehende Iaidoka seinen Körper  kennenlernen, richtig kennenlernen muß . Zunächst wird kopiert. Erstes Ziel ist es, die eigene Körpermitte zu finden und sie zu halten, wenn man sich bewegt.

Der Umgang mit dem Schwert hilft dabei, die technischen Fertigkeiten immer weiter  zu entwickeln und damit an jedem Ort zu jeder

Zeit ganz DA zu sein. Im Laufe der Ausbildung werden die Anforderungen schwieriger und komplexer.

Es geht dann darum Geist, Körper und Technik in Harmonie zu bringen, die alten erprobten Bewegungsabläufe der Samurai-Schulen

zu verstehen.

Erst danach sind wir in der Lage, etwas von der Kampfkunst zu begreifen.

Dies führt zu einer Verbesserung der Körperhaltung und macht es möglich, aus dem stressigen, zersplitterten Alltagszustand in eine

Verfassung innerer Sammlung umzuschalten.

Geschichte

Der Samurai Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (1549─1621) soll der Legende nach die wahre Natur des Schwertkampfes erkannt haben. Er nannte seine Technik noch Battōjutsu (抜刀術) und gründete die Schule Hayashizaki Musō-Ryū. Einer seiner Schüler wurde später Lehrer der Tokugawa-Shōgune. Das hat diesen Stil aus der Vielzahl der damaligen Schwerttechniken herausgehoben.

Der Nachfolger in der siebten Generation dieser Übertragungslinie war Hasegawa Mondonosuke Eishin. Es wird gesagt, dass er der erste war, der das Schwert mit der Schneide nach oben im Obi trug.

Mit dem 11. Großmeister kommt es zu einer Spaltung in der Tradition, wobei Musō Jikiden Eishin Ryū dem einen Zweig (Tanimura-ha) folgt, und aus dem anderen (Shimomura-ha) später Musō Shinden Ryū (夢想神伝流) entsteht

Bedeutung

Die Bedeutung der einzelnen Silben:

居 i bzw. iru steht für anwesend sein, körperlich wie geistig

合 ai bedeutet passen, übereinstimmen, in diesem Kontext so viel wie sofortige Aktion und Reaktion, wann immer notwendig

道 dō ist der Weg oder auch das Prinzip

Also in etwa der Weg des ganz Dabei-Seins.

Die älteste Bezeichnung für Iaidō, Battōjutsu, heißt wörtlich die „Kunst des Schwertziehens“. Das kommt daher, dass das Ziehen und der erste Schnitt eine Bewegung sind. Bei entsprechender Ausführung des Bewegungsablaufes konnte der erste Schnitt auch schon tödlich sein. Das konzentriert den Zweikampf auf einen Moment, einen Schnitt. Daraus ist zu verstehen, dass die mentale Stärke des Samurai als kampfentscheidend angesehen wurde.

Eine spätere Bezeichnung war Iaijutsu. In den 1960er-Jahren nahmen viele Kampfsportarten das -dō an Stelle des -jutsu in ihren Namen auf, um damit die geistige Seite des Übens gegenüber der reinen Technik aufzuwerten. So kam es zur heute üblichen Bezeichnung: Iaidō.

Ziel

Im Iaidō spiegelt sich die Zen-Philosophie wider. Man kämpft nicht gegen einen echten Gegner, sondern man „spiegelt“ sich selbst. Man versucht seine eigenen Fähigkeiten zu meistern und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Das Ziel beim Iaidō ist, sich auf die exakte und sichere Ausführung der Kata zu konzentrieren, es zu harmonisieren. Ursprünglich wurden die vielfältigen Formen geübt, um körperlich jeder Gefechtssituation gewachsen zu sein und angemessen zu reagieren. Es wird gelehrt, dass die Meisterschaft erreicht wäre, wenn man die Situation gewinnt ─ ohne das Schwert zu ziehen. Das erfordert eine starke Persönlichkeit und ein sicheres Auftreten nach langjähriger Erfahrung.

Stilrichtungen

Es gibt viele unterschiedliche Iai- Schulen. Heutzutage sind die beiden populärsten Musō Shinden Ryū und Musō Jikiden Eishin Ryū (Ryū bedeutet soviel wie Schule, System, Klasse). Ihre Bewegungsabläufe sind sehr ähnlich, da sie beide auf die Überlieferungslinie von Hasegawa Mondonosuke Eishin (17./18. Jahrhundert) zurückgehen. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem Stil, der sich in der jeweils eigenen Tradition entwickelt hat.

Musō Shinden Ryū (夢想神伝流; deutsch „die im Traum durch göttliche Unterweisung entstandene Schule“) wurde von Nakayama Hakudō (1869─1958) neu strukturiert. Er gliederte die überlieferten Formen in drei Stufen/ Klassen: Shoden (=beginnende Stufe) auch Omori Ryū genannt, Chuden (=mittlere Stufe) auch als Hasegawa Eishin Ryū bezeichnet, sowie Okuden (=die geheimste oder tiefste Stufe der Überlieferung). Nakayama Hakudō prägte erstmals den Begriff des Iai-do. Interessanterweise war er auch mit Ueshiba Morihei, dem Begründer des Aikido, befreundet, der ebenfalls den Begriff des Do in seine Kampfkunst einführte.

Musō Jikiden Eishin Ryū (無双直伝英信流; deutsch „die unvergleichliche, unmittelbare Lehre der Eishin-Schule“). Hier war Oe Masamichi (1852─1927) der Reformer des Stils, indem er die Formen in Shoden-, Chuden- und Okuiaiwaza einteilte und Omori Ryū offiziell als Shoden-kata einführte. Er war es auch, der als offiziellen Titel der Schule den Namen Muso Jikiden Eishin Ryu auswählte. Heute ist sie die mitgliederstärkste Schule der im Zen Nihon Iaidō Renmei zusammengeschlossenen Schulen.

Weitere Schulen sind: Mugai Ryū, Shindo Munen Ryū, Suio Ryū und Hoki Ryū.

Grundsätzliche Bewegungsabläufe aus verschiedenen traditionellen Schulen (Ryu) wurden vom alljapanischen Kendō-Verband Zen Nihon Kendō Renmei als "Seitei-Iai" neu definiert. Die 12 Kata des "Seitei-Iai" sollen dem Iaidō- und Kendō- Anfänger als eine Art Grundschule dienen und ihm die Handhabung und das Verständnis für das Schwert lehren. Immer öfter wird "Seitei-Iai" auch in den traditionellen Ryū geübt, bevor die überlieferten, älteren Formen gelehrt werden. Alle Techniken des "Seitei-Iai" haben ihren Ursprung in traditionellen Schulen, sie wurden lediglich in eine für den Anfänger vereinfachte und klar definierte Form gebracht. So dient, das durch die Zen Nihon Kendō Renmei eindeutig festgelegte "Seitei-Iai", auch als einheitliche Bewertungsgrundlage für Kyu- und Danprüfungen.

Es gibt jedoch auch viele kleine Iai- Schulen. Hierzu gehört z. B. die von Hanshi Hattori Takeyuki, in den 1940ern entwickelte Stilrichtung der Seishin-Ryu-Iaido, die in groben Zügen den alten Schulen ähnlich ist, jedoch mit größerem Anteil des Kenjutsu. Wie bei Karate oder Aikido gibt es auch im Iaido unterschiedliche Stilrichtungen.

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